Welche Funktion erfüllt der Musikproduzent?

 Der Musikproduzent ist – wenn man einmal mit der Filmbranche metaphieren darf- der Regisseur. Das heißt, er ist maßgeblich an der Entstehung der Musikaufnahmen beteiligt. Dies muss nicht unbedingt dadurch geschehen, dass der Produzent selbst Hand anlegt und Instrumente einspielt oder gar das Lied komponiert. Ein Produzent muss nicht mal Fähigkeiten als Toningenieur haben.

 Ebenso wenig, wie der Regisseur in der Filmbranche schauspielern, die Kamera bedienen können oder das Drehbuch geschrieben haben muss. Der Regisseur ist im Film der gestalterische Teil. Er inszeniert die Szenerie, sagt den Schauspielern wie sie die Emotionen rüberbringen sollen und lässt notfalls alles so oft aufnehmen, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Gleiches gilt für den Musikproduzenten.

 Musikproduzenten besitzen, seit dem die Modern- und Digitalisierung im Computerzeitalter raumfüllende Tonstudios zu handelsüblichen Computern mit angeschlossenen Midi-Keyboard und Effektgeräterack gemacht hat, meistens selbst ein Tonstudio und produzieren häufig in ihren Kellern oder Arbeitsräumen. Dies hat dann letztlich auch dazu geführt, dass der Produzent, der neben dem Toningenieur sitzt und Anweisungen gibt, zu einem Allroundtalent mutiert ist. Oft werden die Instrumentals direkt im eigenen Studio selbst produziert und die Instrumente durch midigesteuerte Technologien ersetzt. So kommt der Musikproduzent heutzutage praktisch nicht mehr ohne zumindest mittlere Kenntnisse auf dem Klavier aus (da die Produktion über den Computer per Midi-Keyboard stattfindet).

 

 

Freier Produzent ./. Angestellter Produzent

 Musikproduzenten sind entweder als freie Produzenten selbstständig und produzieren so Künstler, an deren Aufnahmen sie die Rechte innehaben oder sie werden von Plattenfirmen beauftragt. Beides hat Vor- und Nachteile. So arbeitet der freie Produzent erstmal immer auf eigene Rechnung, eigene Initiative und eigenes Risiko. Er produziert seine Künstler bis er mit ihren Songs vollends zufrieden ist und bietet die Songs dann interessierten Plattenfirmen an, die die fertiggestellten Songs dann übernehmen (Bandübernahme – Achtung, das Band kommt vom alten Tonband und nicht etwa von der B“ä“nd als Musikgruppe) und herausbringen, promoten und vertreiben.

Der angestellte Produzent hat kaum eigenes Risiko zu tragen. Er erhält von Plattenfirmen regelmäßig neu unter Vertrag genommene Künstler zugewiesen, mit denen er ein manchmal schon vorgegebenes Lied produzieren soll. Nach getaner Arbeit gibt er Künstler mitsamt der Musikproduktion zurück an die Plattenfirma. Erhält also nur keine bis geringe Umsatzbeteiligung am Erfolg von Musikproduktionen.

 

Wie kann man Musikproduzent werden?

Musikproduzent zu werden ist an für sich ein leichtes Unterfangen. Einfach eine Gitarre nehmen und in das Mikrofon an der Stereoanlage singen und loslegen. Schon ist man im Prinzip Musikproduzent, da einem de jure die Rechte an der entsprechenden Musikaufnahme zustehen. Wer allerdings hauptberuflich als Musikproduzent tätig werden möchte, sollte zumindest Klavier (besser wären Klavier und Gitarre) einigermaßen sicher beherrschen.

Ansonsten schadet für den Produzentenberuf eine tontechnische Ausbildung sicherlich nicht, allerdings muss es nicht gleich ein Diplom-Studiengang zum Tonmeister an einer Uni sein. Weiterbildungsmaßnahmen mit zielgerichteter Ausbildung (also drauf achten, dass es nicht um Orchester vertonen, sondern um  moderne Musik geht) sollten reichen. Sobald man dann sicher mit gängigen Musikproduktionsprogrammen umgehen kann und die Musik, die man produziert „charttauglich“ klingt, ist man auf dem besten Weg.